Standards & Nachweise erklärt

Effizienzhaus-Stufen erklärt: 40, 55, 70, 85

Was die Zahlen hinter dem Effizienzhaus bedeuten, wie sie berechnet werden und welche Stufe für Neubau und Bestand jeweils relevant ist.

GEGDIN V 18599BEG WGKfW 261

Worum es geht

Die Zahl im Effizienzhaus ist ein Prozentwert. Effizienzhaus 55 heißt: Das Gebäude braucht rechnerisch 55 Prozent der Primärenergie eines Referenzgebäudes gleicher Geometrie, das mit gesetzlich festgelegten Eigenschaften ausgestattet ist. Je kleiner die Zahl, desto besser der Standard.

Die zweite, oft übersehene Anforderung betrifft die Gebäudehülle: Auch der Transmissionswärmeverlust darf einen Vergleichswert nicht überschreiten. Deshalb lässt sich eine schlechte Hülle nicht beliebig durch eine effiziente Heizung ausgleichen — beide Bedingungen müssen erfüllt sein.

Dazu kommen Zusätze wie die EE-Klasse für einen Mindestanteil erneuerbarer Energien. Welche Stufe wo gilt, hat sich mehrfach geändert: Im Neubau ist die Effizienzhaus-Förderung inzwischen vom Klimafreundlichen Neubau abgelöst, im Bestand sind die Stufen weiterhin die Grundlage der Sanierungsförderung.

Für wen das gedacht ist

  • Eigentümer, die Angebote und Förderzusagen verstehen wollen
  • Bauherren, die den Zielstandard mit ihrem Planer verhandeln
  • Käufer, denen ein Objekt mit Effizienzhaus-Zusage angeboten wird
  • Alle, die den Unterschied zwischen GEG-Pflicht und Förderstandard kennen wollen

Was wir konkret tun

  • Einordnung Ihres Gebäudes in die Effizienzhaus-Systematik
  • Berechnung des heutigen Standes als Ausgangspunkt
  • Darstellung, welche Stufe mit welchem Maßnahmenpaket erreichbar wäre
  • Erläuterung der EE-Klasse und weiterer Zusätze
  • Abgrenzung zwischen gesetzlicher Anforderung und Förderstandard
  • Vergleich der Stufen mit Blick auf Aufwand und Förderwirkung
  • Verständliche Zusammenfassung ohne Normsprache

Was Sie am Ende in der Hand haben

  • Einordnung Ihres Gebäudes mit konkretem Kennwert
  • Übersicht der erreichbaren Stufen mit Maßnahmenpaketen
  • Klare Trennung zwischen Pflicht und Förderoption
  • Grundlage für das Gespräch mit Planer, Bank und Handwerk

Ablauf

SCHRITT 01

Daten sichten

Wir erfassen Gebäude, Bauteile und Anlagentechnik im heutigen Zustand.

SCHRITT 02

Ist-Wert rechnen

Bilanzierung nach DIN V 18599 als Ausgangspunkt für jede Stufe.

SCHRITT 03

Stufen prüfen

Wir zeigen, was von 85 bis 40 mit welchem Aufwand erreichbar wäre.

SCHRITT 04

Einordnen

Gemeinsames Gespräch: Welche Stufe passt zu Ihrem Budget und Ihrem Zeithorizont?

Was wir von Ihnen brauchen

  • Pläne oder Maße des Gebäudes
  • Bekannte Bauteilaufbauten
  • Angaben zur Heizung und Warmwasserbereitung
  • Baujahr und bisherige Sanierungen
  • Verbrauchsdaten, falls vorhanden

Fehlt etwas davon? Kein Problem — wir sagen Ihnen im Erstgespräch, wie sich die Lücke schließen lässt.

Häufige Fragen zu Effizienzhaus-Stufen

Gibt es noch ein Effizienzhaus 100?
Im Bestand war es lange die schwächste geförderte Stufe: 100 Prozent des Referenzwerts. Welche Stufen aktuell gefördert werden, ändert sich mit der Richtlinie — die Systematik dahinter bleibt aber dieselbe.
Warum ist mein Altbau bei über 200?
Weil das Referenzgebäude einem heutigen Neubau entspricht. Ein ungedämmtes Haus von 1965 mit Gaskessel liegt oft beim Zwei- bis Dreifachen. Das ist keine schlechte Nachricht, sondern zeigt, wie groß der Hebel bei den ersten Maßnahmen ist.
Was ist der Unterschied zum Passivhaus?
Das Passivhaus ist ein eigener Standard mit eigenem Rechenverfahren und einer Grenze für den Heizwärmebedarf. Die Effizienzhaus-Stufen sind an das deutsche Ordnungsrecht und die Förderung gekoppelt. Ein Passivhaus erfüllt die anspruchsvollen Effizienzhaus-Stufen meist mit.
Zählt die Zahl auch für die Betriebskosten?
Nur eingeschränkt. Der Kennwert ist ein normierter Vergleichswert mit Standardnutzung, kein Verbrauchsversprechen. Für Ihre tatsächlichen Kosten sind Nutzung, Raumtemperatur und Warmwasserverbrauch mindestens so wichtig.
Technisch weiter

Wenn es konkret wird: Berechnung statt Empfehlung

Heizungswahl, Anlagenauslegung und Photovoltaik gehören zur Bauberatung. Diese Leistungen setzen an dieser Stelle an.

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