U-Wert berechnen.
Bauteil wählen, Schichten von innen nach außen aufbauen, Dämmstärke am Regler verschieben — der U-Wert läuft mit. Dazu der direkte Abgleich mit den Höchstwerten des Gebäudeenergiegesetzes, damit Sie sofort sehen, ob Ihr Aufbau reicht.
Schritt 1 — Bauteil
Schritt 2 — Standardaufbau übernehmen
Schritt 3 — Schichten von innen nach außen
U-Wert des Bauteils
Hier geht viel Wärme verloren. Eine Dämmung rechnet sich bei solchen Werten meist am schnellsten.
Zum Vergleich — Wand
Überschlag für den ungestörten Bauteilquerschnitt nach DIN EN ISO 6946. Wärmebrücken, Feuchte und Holzanteile sind nicht enthalten — für Energieausweis oder Förderantrag gehört die Berechnung geprüft.
Was der U-Wert aussagt
Der U-Wert — genauer der Wärmedurchgangskoeffizient — gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Bauteil verlorengeht, wenn zwischen innen und außen ein Kelvin Temperaturunterschied besteht. Die Einheit ist W/m²K. Er beschreibt also den Verlust, nicht die Dämmwirkung: Je kleiner der Wert, desto besser.
Eine ungedämmte Altbauwand liegt bei etwa 1,5 W/m²K, dieselbe Wand mit 12 cm Dämmung bei rund 0,22. Über die Heizperiode ist das der Unterschied zwischen einer Wand, die Sie beheizen, und einer, die die Wärme im Haus lässt.
Der Rechenweg
Jede Schicht bekommt ihren Wärmedurchlasswiderstand R aus Dicke geteilt durch Wärmeleitfähigkeit. Diese Widerstände addieren sich, dazu kommen die Wärmeübergangswiderstände an beiden Oberflächen. Der U-Wert ist der Kehrwert der Summe:
d ist die Schichtdicke in Metern, λ die Wärmeleitfähigkeit des Materials in W/mK. Rsi und Rse sind nach DIN EN ISO 6946 je Bauteil festgelegt — für eine Außenwand 0,13 innen und 0,04 außen.
Warum doppelte Dämmung nicht den halben U-Wert bringt
Weil der U-Wert der Kehrwert einer Summe ist, wirken die ersten Zentimeter Dämmung am stärksten. Bei einer Ziegelwand fällt der Wert von 0 auf 8 cm Dämmung von etwa 1,5 auf 0,35 — von 8 auf 16 cm dann nur noch auf rund 0,20. Die wirtschaftlich sinnvolle Stärke ist deshalb fast nie die größtmögliche, sondern die, an der Förderanforderung und Grenznutzen zusammenpassen. Probieren Sie es im Rechner am Regler aus.
Welche U-Werte das GEG verlangt
Wer ein Bauteil ohnehin anfasst und dabei mehr als zehn Prozent der Fläche ändert, muss diese Höchstwerte aus Anlage 7 des Gebäudeenergiegesetzes einhalten — auch ohne Förderung. Der Rechner prüft das für das gewählte Bauteil automatisch mit.
Außenwand
Steildach und Dachfläche
Oberste Geschossdecke
Kellerdecke und Boden gegen Erdreich
Fenster
Außentür
Für Fördermittel gelten schärfere Werte: Bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude muss eine gedämmte Außenwand 0,20 W/m²K erreichen. Die Anforderungen für die übrigen Bauteile stehen in den technischen Mindestanforderungen der jeweils gültigen Richtlinie und ändern sich häufiger — vor einem Antrag also prüfen lassen.
Wärmeleitfähigkeit gängiger Baustoffe
Lambda ist eine Stoffeigenschaft und unabhängig von der Dicke. Erst Dicke geteilt durch Lambda ergibt den Widerstand einer Schicht. Kleines Lambda heißt gut dämmend.
| Baustoff | λ in W/mK | Typisch für |
|---|---|---|
| XPS-Dämmung | 0,032 | Boden, Dach |
| Mineralwolle | 0,035 | Wand, Dach, Decke |
| EPS-Dämmung | 0,035 | Wand, Boden |
| Massivholz / Brettschichtholz | 0,130 | Dach, Decke, Tür, Wand |
| Moderne Hochlochziegel | 0,160 | Wand |
| Abdichtung / Bitumenbahn | 0,170 | Dach, Boden |
| Ruhende Luftschicht (vereinfacht) | 0,180 | Wand, Dach, Decke |
| Gipskartonplatte | 0,250 | Wand, Decke, Dach |
| Innenputz / Kalkzementputz | 0,700 | Wand, Decke |
| Vollziegel / altes Mauerwerk | 0,800 | Wand |
| Außenputz | 0,870 | Wand |
| Kalksandstein | 1,400 | Wand |
| Estrich | 1,400 | Boden, Decke |
| Stahlbeton | 2,300 | Decke, Boden, Wand |
Warum hier nicht gerechnet, sondern nachgeschlagen wird
Fenster und Türen haben keinen sinnvollen Schichtaufbau: Ihr Uw-Wert wird am fertigen Element nach DIN EN ISO 10077 geprüft und enthält Rahmen, Verglasung, Randverbund und Übergangswiderstände bereits. Wer stattdessen Dicke durch Wärmeleitfähigkeit teilt, bekommt grob falsche Werte. Der Rechner nimmt deshalb den Bauteilwert direkt — und Sie können ihn durch den Wert aus Ihrem Datenblatt ersetzen.
| Bauteil | Uw in W/m²K | GEG-Höchstwert |
|---|---|---|
| Fenster 3-fach Verglasung (als Gesamtbauteil) | 0,80 | 1,30 |
| Gedämmtes Türblatt | 0,90 | 1,80 |
| Fenster 2-fach Verglasung (als Gesamtbauteil) | 1,30 | 1,30 |
| Alte massive Holztür | 1,80 | 1,80 |
Wärmeübergangswiderstände je Bauteil
Rsi und Rse sind keine frei wählbaren Werte, sondern in DIN EN ISO 6946 festgelegt. Der Rechner setzt sie je nach Bauteil automatisch ein.
| Bauteil | Rsi innen | Rse außen |
|---|---|---|
| Wand | 0,13 m²K/W | 0,04 m²K/W |
| Dach | 0,10 m²K/W | 0,04 m²K/W |
| Decke | 0,10 m²K/W | 0,04 m²K/W |
| Boden | 0,17 m²K/W | 0,04 m²K/W |
| Fenster | 0,13 m²K/W | 0,04 m²K/W |
| Tür | 0,13 m²K/W | 0,04 m²K/W |
U-Wert — kurz beantwortet
Was ist der U-Wert?
Ist ein hoher oder niedriger U-Wert besser?
Wie berechnet man den U-Wert?
Was ist der Lambda-Wert?
Welchen U-Wert schreibt das GEG vor?
Wie viel Dämmung brauche ich für einen bestimmten U-Wert?
Warum bringt doppelte Dämmstärke nicht den halben U-Wert?
Wie genau ist das Ergebnis?
Lohnt sich die Dämmung bei Ihnen?
Der U-Wert ist die halbe Antwort. Welche Stärke wirtschaftlich ist, was gefördert wird und in welcher Reihenfolge saniert werden sollte, hängt am ganzen Gebäude — das rechnen wir herstellerunabhängig durch.