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Wie viel kW braucht mein Haus?

Der Überschlag rechnet die Heizlast auf drei Wegen — über Wohnfläche, Volumen und Ihren Jahresverbrauch — und ordnet das Ergebnis als Wärmepumpengröße ein. Wer die Bauteile seines Hauses kennt, bekommt im zweiten Modus einen genaueren Wert.

m — Altbau oft 3,0 und mehr

Solider Standardwert, solange der genaue Auslegungsort offen ist.

Bestandsgebäude mit neuen Fenstern oder gedämmtem Dach.

kWh — aus der Abrechnung; leer lassen, wenn unbekannt

% — üblich 12 bis 20

Heizlast, Mittel der Verfahren

14,6kW
Wärmepumpe 13 – 18 kW

Unsanierter Bestand. Vor der Wärmepumpe lohnt der Blick auf die Gebäudehülle.

Über die Wohnfläche145 m² × 100 W/m² × 114,5 kW
Über das Volumen370 m³ × 40 W/m³ × 114,8 kW
Spannweite der Verfahren14,514,8 kW

Überschlag für das gesamte Gebäude. Für die Auslegung der Anlage, die Wahl der Heizflächen und jeden Förderantrag zählt die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831.

Warum die Zahl über den Preis entscheidet

Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die ein Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht. Sie bestimmt, wie groß der Wärmeerzeuger sein muss — und bei Wärmepumpen ist zu groß der teurere Fehler als zu klein.

Eine überdimensionierte Wärmepumpe erreicht die Solltemperatur schnell, schaltet ab und springt kurz darauf wieder an. Jeder Start kostet Effizienz und Lebensdauer des Verdichters. Das Ergebnis ist eine Anlage, die in der Anschaffung mehr gekostet hat und im Betrieb mehr Strom braucht. Genau deshalb lohnt es sich, ein Angebot gegenzurechnen, bevor es unterschrieben wird.

Der schnellste Weg

Wohnfläche mal spezifischer Heizlast — die Faustformel, die auch der Rechner nutzt:

Heizlast [kW] = Wohnfläche [m²] × spez. Heizlast [W/m²] ÷ 1000

Der belastbarste Weg im Bestand

Wenn Sie die Heizkostenabrechnung zur Hand haben, ist der Umweg über den Verbrauch genauer als jede Faustformel — er spiegelt Ihr Gebäude und Ihr Nutzungsverhalten statt eines Durchschnitts:

Heizlast [kW] = Heizenergie [kWh/a] ÷ Vollbenutzungsstunden

Wichtig ist, den Warmwasseranteil vorher abzuziehen — er fällt ganzjährig an und hat mit der Heizlast im Winter nichts zu tun. Als Anhaltswert sind das 12 bis 20 Prozent des Gesamtverbrauchs.

Wenn die Verfahren sich widersprechen

Liegen die drei Ergebnisse eng beieinander, ist die Größenordnung belastbar. Weichen sie um mehr als etwa 30 Prozent voneinander ab, warnt der Rechner — dann passt eine der Annahmen nicht zum Gebäude. Häufigste Ursachen: eine Wohnfläche, die beheizte und unbeheizte Bereiche vermischt, ein Verbrauchsjahr mit langer Abwesenheit, oder ein Gebäudezustand zwischen zwei Kategorien.

Kennwerte

Spezifische Heizlast nach Gebäudezustand

Diese Werte stecken hinter der Faustformel. Sie sind Durchschnitt — ein freistehendes Haus mit viel Außenfläche liegt darüber, ein Reihenmittelhaus deutlich darunter.

145W/m²

Altbau, unsaniert

Ältere Gebäude mit schwacher Dämmung und teils alten Fenstern.

100W/m²

Teilmodernisiert

Bestandsgebäude mit neuen Fenstern oder gedämmtem Dach.

70W/m²

Gut modernisiert

Gute Gebäudehülle, meist nach energetischer Sanierung.

45W/m²

Neubau oder Effizienzhaus

Neuere Gebäude mit durchgehender Dämmung und dichter Hülle.

Einordnung

Von der Heizlast zur Wärmepumpengröße

Ein Hinweis zum Datenblatt: Die Heizleistung einer Wärmepumpe gilt immer für einen Betriebspunkt, etwa A−7/W35. Nur bei passendem Punkt ist der Wert mit Ihrer Heizlast vergleichbar.

Grobe Einordnung für Einfamilienhäuser
HeizlastEinordnung
4 – 6 kWKleines oder sehr effizientes Gebäude. Kleinste marktübliche Geräte reichen aus.
6 – 9 kWDer häufigste Bereich für sanierte Einfamilienhäuser.
9 – 13 kWGrößeres oder teilsaniertes Gebäude. Heizflächen genau prüfen.
13 – 18 kWUnsanierter Bestand. Vor der Wärmepumpe lohnt der Blick auf die Gebäudehülle.
über 18 kWUngewöhnlich für ein Einfamilienhaus — hier lohnt eine genaue Berechnung besonders.
Auslegungstemperatur

Wofür ausgelegt wird

Nicht für den kältesten je gemessenen Tag, sondern für die Norm-Außentemperatur: die tiefste Zweitagesmitteltemperatur, die statistisch zehnmal in zwanzig Jahren erreicht wird.

Lagen im Rechner mit ihren Rechenwerten
LageAuslegungVollbenutzungTypisch für
Milde Lage-8 °C1.800 h/aTiefer gelegene Regionen mit milden Winterspitzen, etwa das norddeutsche Küstenumland.
Durchschnitt Deutschland-10 °C2.000 h/aSolider Standardwert, solange der genaue Auslegungsort offen ist.
Kältere Lage-12 °C2.200 h/aKontinental geprägte oder etwas rauere Lagen.
Höhenlage-14 °C2.400 h/aLängere und deutlich kältere Heizperioden.

Die U-Werte für den zweiten Modus können Sie sich im U-Wert-Rechner aus dem Aufbau Ihrer Bauteile ermitteln — Wand, Dach, Boden und Fenster einzeln.

Häufige Fragen

Heizlast und Wärmepumpe — kurz beantwortet

Wie viel kW Wärmepumpe brauche ich?
So viel, wie die Heizlast des Gebäudes bei Auslegungstemperatur verlangt. Als Größenordnung: Ein saniertes Einfamilienhaus mit 150 m² liegt oft bei 6 bis 10 kW, ein teilsaniertes bei 8 bis 12 kW, ein unsanierter Altbau kann 15 kW und mehr brauchen. Die Wohnfläche allein entscheidet das nicht — Gebäudezustand und Hüllfläche wiegen schwerer.
Wie rechnet man die Heizlast überschlägig?
Wohnfläche mal spezifischer Heizlast: Unsanierter Altbau rund 145 W/m², teilmodernisiert etwa 100, gut modernisiert etwa 70, Neubau etwa 45. 150 m² teilmodernisiert ergeben so 15.000 W, also 15 kW. Zuverlässiger ist im Bestand der Weg über den Jahresverbrauch: Heizenergie geteilt durch die Vollbenutzungsstunden, meist rund 2.000 pro Jahr.
Warum ist eine zu große Wärmepumpe ein Problem?
Weil sie taktet. Eine überdimensionierte Anlage erreicht die Solltemperatur schnell, schaltet ab, springt wieder an — jeder Start kostet Effizienz und Lebensdauer des Verdichters. Die Jahresarbeitszahl sinkt, die Stromrechnung steigt, und die Anschaffung war teurer als nötig. Zu groß ist bei Wärmepumpen der häufigere und der teurere Fehler.
Ersetzt dieser Rechner eine Heizlastberechnung?
Nein. Er liefert die Größenordnung für das ganze Gebäude. Die Norm-Heizlast nach DIN EN 12831 rechnet Raum für Raum, mit tatsächlichen Bauteilen, Wärmebrücken und Lüftungsanteilen — und nur die sagt Ihnen, ob der vorhandene Heizkörper im Kinderzimmer bei 45 °C Vorlauf noch warm wird. Für Förderanträge und für den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B ist sie Voraussetzung.
Warum weichen die drei Methoden voneinander ab?
Weil sie unterschiedliche Dinge messen. Die Flächenmethode unterstellt eine übliche Raumhöhe, die Volumenmethode berücksichtigt sie, die Verbrauchsmethode spiegelt das tatsächliche Nutzerverhalten der letzten Jahre. Liegen die Ergebnisse eng beieinander, ist die Größenordnung belastbar. Weichen sie stark ab, stimmt eine der Annahmen nicht — dann hilft nur die genaue Berechnung.
Was ist die Norm-Außentemperatur?
Die tiefste Zweitagesmitteltemperatur, die am Standort statistisch zehnmal in zwanzig Jahren erreicht wird. Sie liegt in Deutschland je nach Region zwischen etwa −8 und −16 °C und ist die Temperatur, für die die Heizung ausgelegt wird. Nicht ausgelegt wird für den kältesten je gemessenen Tag — das würde jede Anlage dauerhaft überdimensionieren.
Muss ich den Warmwasseranteil abziehen?
Beim Weg über den Jahresverbrauch ja. Warmwasser fällt ganzjährig an und hat mit der Heizlast im Winter nichts zu tun. Als Anhaltswert entfallen 12 bis 20 Prozent des Gesamtverbrauchs auf Warmwasser, bei sehr gut gedämmten Häusern mit geringem Heizbedarf auch deutlich mehr.
Wie genau ist das Ergebnis?
Der Überschlag ist für die Frage „welche Größenordnung“ belastbar und taugt dazu, ein Angebot auf Plausibilität zu prüfen. Für die Auslegung der Anlage, die Wahl der Heizflächen und jeden Förderantrag ist er es nicht — dort zählt allein die raumweise Berechnung nach Norm.
Vor der Unterschrift

Ein Überschlag legt keine Anlage aus.

Für die Auslegung, die Heizflächen und jeden Förderantrag zählt die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 — Raum für Raum, mit den tatsächlichen Bauteilen Ihres Hauses. Das rechnen wir prüffähig.