Wie viel kW braucht mein Haus?
Der Überschlag rechnet die Heizlast auf drei Wegen — über Wohnfläche, Volumen und Ihren Jahresverbrauch — und ordnet das Ergebnis als Wärmepumpengröße ein. Wer die Bauteile seines Hauses kennt, bekommt im zweiten Modus einen genaueren Wert.
m²
m — Altbau oft 3,0 und mehr
Solider Standardwert, solange der genaue Auslegungsort offen ist.
Bestandsgebäude mit neuen Fenstern oder gedämmtem Dach.
kWh — aus der Abrechnung; leer lassen, wenn unbekannt
% — üblich 12 bis 20
Heizlast, Mittel der Verfahren
Unsanierter Bestand. Vor der Wärmepumpe lohnt der Blick auf die Gebäudehülle.
Überschlag für das gesamte Gebäude. Für die Auslegung der Anlage, die Wahl der Heizflächen und jeden Förderantrag zählt die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831.
Warum die Zahl über den Preis entscheidet
Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die ein Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht. Sie bestimmt, wie groß der Wärmeerzeuger sein muss — und bei Wärmepumpen ist zu groß der teurere Fehler als zu klein.
Eine überdimensionierte Wärmepumpe erreicht die Solltemperatur schnell, schaltet ab und springt kurz darauf wieder an. Jeder Start kostet Effizienz und Lebensdauer des Verdichters. Das Ergebnis ist eine Anlage, die in der Anschaffung mehr gekostet hat und im Betrieb mehr Strom braucht. Genau deshalb lohnt es sich, ein Angebot gegenzurechnen, bevor es unterschrieben wird.
Der schnellste Weg
Wohnfläche mal spezifischer Heizlast — die Faustformel, die auch der Rechner nutzt:
Der belastbarste Weg im Bestand
Wenn Sie die Heizkostenabrechnung zur Hand haben, ist der Umweg über den Verbrauch genauer als jede Faustformel — er spiegelt Ihr Gebäude und Ihr Nutzungsverhalten statt eines Durchschnitts:
Wichtig ist, den Warmwasseranteil vorher abzuziehen — er fällt ganzjährig an und hat mit der Heizlast im Winter nichts zu tun. Als Anhaltswert sind das 12 bis 20 Prozent des Gesamtverbrauchs.
Wenn die Verfahren sich widersprechen
Liegen die drei Ergebnisse eng beieinander, ist die Größenordnung belastbar. Weichen sie um mehr als etwa 30 Prozent voneinander ab, warnt der Rechner — dann passt eine der Annahmen nicht zum Gebäude. Häufigste Ursachen: eine Wohnfläche, die beheizte und unbeheizte Bereiche vermischt, ein Verbrauchsjahr mit langer Abwesenheit, oder ein Gebäudezustand zwischen zwei Kategorien.
Spezifische Heizlast nach Gebäudezustand
Diese Werte stecken hinter der Faustformel. Sie sind Durchschnitt — ein freistehendes Haus mit viel Außenfläche liegt darüber, ein Reihenmittelhaus deutlich darunter.
Altbau, unsaniert
Ältere Gebäude mit schwacher Dämmung und teils alten Fenstern.
Teilmodernisiert
Bestandsgebäude mit neuen Fenstern oder gedämmtem Dach.
Gut modernisiert
Gute Gebäudehülle, meist nach energetischer Sanierung.
Neubau oder Effizienzhaus
Neuere Gebäude mit durchgehender Dämmung und dichter Hülle.
Von der Heizlast zur Wärmepumpengröße
Ein Hinweis zum Datenblatt: Die Heizleistung einer Wärmepumpe gilt immer für einen Betriebspunkt, etwa A−7/W35. Nur bei passendem Punkt ist der Wert mit Ihrer Heizlast vergleichbar.
| Heizlast | Einordnung |
|---|---|
| 4 – 6 kW | Kleines oder sehr effizientes Gebäude. Kleinste marktübliche Geräte reichen aus. |
| 6 – 9 kW | Der häufigste Bereich für sanierte Einfamilienhäuser. |
| 9 – 13 kW | Größeres oder teilsaniertes Gebäude. Heizflächen genau prüfen. |
| 13 – 18 kW | Unsanierter Bestand. Vor der Wärmepumpe lohnt der Blick auf die Gebäudehülle. |
| über 18 kW | Ungewöhnlich für ein Einfamilienhaus — hier lohnt eine genaue Berechnung besonders. |
Wofür ausgelegt wird
Nicht für den kältesten je gemessenen Tag, sondern für die Norm-Außentemperatur: die tiefste Zweitagesmitteltemperatur, die statistisch zehnmal in zwanzig Jahren erreicht wird.
| Lage | Auslegung | Vollbenutzung | Typisch für |
|---|---|---|---|
| Milde Lage | -8 °C | 1.800 h/a | Tiefer gelegene Regionen mit milden Winterspitzen, etwa das norddeutsche Küstenumland. |
| Durchschnitt Deutschland | -10 °C | 2.000 h/a | Solider Standardwert, solange der genaue Auslegungsort offen ist. |
| Kältere Lage | -12 °C | 2.200 h/a | Kontinental geprägte oder etwas rauere Lagen. |
| Höhenlage | -14 °C | 2.400 h/a | Längere und deutlich kältere Heizperioden. |
Die U-Werte für den zweiten Modus können Sie sich im U-Wert-Rechner aus dem Aufbau Ihrer Bauteile ermitteln — Wand, Dach, Boden und Fenster einzeln.
Heizlast und Wärmepumpe — kurz beantwortet
Wie viel kW Wärmepumpe brauche ich?
Wie rechnet man die Heizlast überschlägig?
Warum ist eine zu große Wärmepumpe ein Problem?
Ersetzt dieser Rechner eine Heizlastberechnung?
Warum weichen die drei Methoden voneinander ab?
Was ist die Norm-Außentemperatur?
Muss ich den Warmwasseranteil abziehen?
Wie genau ist das Ergebnis?
Ein Überschlag legt keine Anlage aus.
Für die Auslegung, die Heizflächen und jeden Förderantrag zählt die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 — Raum für Raum, mit den tatsächlichen Bauteilen Ihres Hauses. Das rechnen wir prüffähig.