PV und Wärmepumpe: was der Batteriespeicher wirklich bringt
Das Bild ist verlockend: Die eigene Solaranlage betreibt die eigene Wärmepumpe, die Stromrechnung geht gegen null. Der Haken liegt im Kalender. Der Wärmebedarf konzentriert sich auf Dezember bis Februar, der Solarertrag auf Mai bis August.
Das macht die Kombination nicht sinnlos — es verschiebt nur, wo der Nutzen entsteht.
Wie viel Eigendeckung realistisch ist
Ohne Speicher deckt eine typische Dachanlage einen eher kleinen Teil des Wärmepumpenstroms direkt ab, weil die Heizung vor allem nachts und an trüben Wintertagen läuft. Mit Speicher steigt der Anteil, aber der zusätzliche Beitrag entsteht überwiegend außerhalb der Heizperiode.
| Zeitraum | PV-Ertrag | Wärmebedarf | Nutzen der Kombination |
|---|---|---|---|
| Dezember bis Februar | Sehr gering | Sehr hoch | Klein, unabhängig vom Speicher |
| März bis April | Steigend | Mittel | Deutlich, gute Überschussnutzung |
| Mai bis August | Hoch | Nur Warmwasser | Warmwasser weitgehend solar möglich |
| September bis November | Fallend | Steigend | Mittel, sinnvoll steuerbar |
Was tatsächlich hilft
- Warmwasserbereitung in die Mittagsstunden legen — der wirksamste und günstigste Hebel überhaupt.
- Überschusssteuerung, die bei Sonnenschein die Vorlauftemperatur leicht anhebt und das Gebäude als Speicher nutzt.
- Größere PV-Anlage statt größerem Batteriespeicher, solange Dachfläche vorhanden ist.
- Prüfen, ob ein Wärmepumpentarif mit reduzierten Netzentgelten günstiger ist als der Eigenverbrauch aus dem Speicher.
Die Nutzung des Gebäudes als thermischer Speicher ist dabei unterschätzt: Ein massives Haus kann mittags ein bis zwei Grad Übertemperatur aufnehmen und abends wieder abgeben — ohne jede Investition.
Zählerkonzept und Wärmepumpentarif
Für die Wärmepumpe gibt es grundsätzlich zwei Wege: gemeinsamer Zähler mit dem Haushalt oder separater Zähler mit eigenem Tarif. Beide haben Vor- und Nachteile:
| Konzept | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Gemeinsamer Zähler | PV-Strom kann direkt für die Wärmepumpe genutzt werden | Kein vergünstigter Wärmepumpentarif |
| Separater Zähler | Günstigerer Arbeitspreis und reduzierte Netzentgelte möglich | Zusätzliche Grundgebühr, PV-Nutzung eingeschränkt |
Welches Konzept günstiger ist, hängt vom Verbrauch, dem verfügbaren Tarif und der PV-Größe ab. Die Differenz liegt oft im dreistelligen Bereich pro Jahr — es lohnt sich, das vorher zu rechnen statt es nachträglich zu ändern.
§ 14a EnWG: weniger dramatisch als befürchtet
Steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen dürfen vom Netzbetreiber in Ausnahmesituationen in der Leistung begrenzt werden. Im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte.
In der Praxis ist das meist unkritisch, weil die verbleibende Leistung für den laufenden Betrieb reicht und Begrenzungen selten und kurz sind. Wichtig ist, dass die Anlage darauf ausgelegt ist — mit ausreichender Speichermasse und einer Regelung, die den Ausfall überbrückt statt den Heizstab zu starten.
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