Ventilvoreinstellung berechnen: Volumenstrom, Differenzdruck und kv-Wert
Die Voreinstellung begrenzt, wie viel Heizwasser durch einen Heizkörper fließen kann. Berechnet wird sie in drei Schritten: Volumenstrom aus Heizlast und Spreizung, kv-Wert aus Volumenstrom und dem Differenzdruck am Ventil, Stufe aus dem Diagramm des Ventilherstellers. Ohne raumweise Heizlast fehlt der erste Wert — deshalb setzt der Abgleich nach Verfahren B die Heizlastberechnung voraus.
Schritt 1: Volumenstrom je Heizkörper
Massenstrom in kg/h = Heizleistung in W ÷ (1,163 × Spreizung in K). Der Faktor 1,163 Wh/(kg·K) ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser. Für Heizungswasser entspricht 1 kg ausreichend genau 1 Liter.
| Raum | Heizlast | Spreizung | Volumenstrom |
|---|---|---|---|
| Bad | 400 W | 7 K | rund 49 l/h |
| Schlafzimmer | 700 W | 7 K | rund 86 l/h |
| Schlafzimmer | 700 W | 5 K | rund 120 l/h |
| Wohnzimmer | 1.500 W | 7 K | rund 184 l/h |
Die Tabelle zeigt einen Effekt, der bei Wärmepumpen wichtig ist: Kleinere Spreizung bedeutet größeren Volumenstrom. Wärmepumpen arbeiten meist mit fünf bis sieben Kelvin statt der früher üblichen fünfzehn bis zwanzig — das Rohrnetz muss entsprechend mehr Wasser bewegen.
Schritt 2: Differenzdruck festlegen
Der Differenzdruck am Ventil ist der Druckunterschied zwischen Ein- und Austritt, den das Ventil „wegdrosseln“ soll. Er wird für das Netz gewählt, nicht für den einzelnen Heizkörper: Das Ventil am ungünstigsten Heizkörper — meist dem entferntesten — bekommt den kleinsten sinnvollen Wert, alle anderen drosseln entsprechend stärker. In Einfamilienhäusern werden häufig Werte in der Größenordnung von 50 bis 100 mbar angesetzt; genau festgelegt wird er in der Rohrnetzberechnung.
Schritt 3: kv-Wert und Stufe
kv = Volumenstrom in m³/h ÷ √(Differenzdruck in bar). Der kv-Wert gibt an, wie viele Kubikmeter Wasser pro Stunde bei 1 bar Druckdifferenz durch das Ventil fließen. Im Kennfeld des Herstellers wird dann die Voreinstellstufe gesucht, die diesem kv-Wert entspricht — meist bezogen auf eine Proportionalabweichung von 2 K.
| Heizkörper | Volumenstrom | Differenzdruck | erforderlicher kv-Wert |
|---|---|---|---|
| Bad, 400 W | 0,049 m³/h | 50 mbar | rund 0,22 m³/h |
| Schlafzimmer, 700 W | 0,086 m³/h | 50 mbar | rund 0,39 m³/h |
| Schlafzimmer, 700 W | 0,086 m³/h | 100 mbar | rund 0,27 m³/h |
| Wohnzimmer, 1.500 W | 0,184 m³/h | 50 mbar | rund 0,82 m³/h |
Welche Stufe zu 0,39 m³/h gehört, ist von Ventil zu Ventil verschieden. Deshalb muss für jeden Heizkörper der tatsächlich eingebaute Ventiltyp bekannt sein. Liegt der erforderliche kv-Wert über dem der höchsten Stufe, reicht das Ventil nicht — das ist oft ein Hinweis auf einen zu knappen Heizkörper oder eine zu kleine Spreizung.
Was zu einem vollständigen Abgleich noch gehört
- Druckverluste der Leitungen bis zu jedem Heizkörper, damit der Differenzdruck je Ventil stimmt.
- Einstellung der Pumpe auf den berechneten Förderstrom und die Förderhöhe.
- Absenkung der Heizkurve auf die ermittelte Vorlauftemperatur — ohne sie bleibt die Einsparung aus.
- Dokumentation mit Einstellwert je Ventil, etwa im Formular der VdZ.
Leitungsdimensionen und Druckverlust je Meter überschlagen:
Zum Rohrdurchmesser-RechnerRaumweise Heizlast, Heizflächen, Einstellwerte je Ventil und Pumpenbetriebspunkt:
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