Berechnung & Nachweisevon Tim Diekmann6 Min. Lesezeit

Ventilvoreinstellung berechnen: Volumenstrom, Differenzdruck und kv-Wert

Aus der Raumheizlast und der Spreizung folgt der Volumenstrom, aus Volumenstrom und Differenzdruck der kv-Wert, und aus dem kv-Wert im Herstellerdiagramm die Stufe am Ventil. Drei Rechenschritte, ein Beispiel.

Die Voreinstellung begrenzt, wie viel Heizwasser durch einen Heizkörper fließen kann. Berechnet wird sie in drei Schritten: Volumenstrom aus Heizlast und Spreizung, kv-Wert aus Volumenstrom und dem Differenzdruck am Ventil, Stufe aus dem Diagramm des Ventilherstellers. Ohne raumweise Heizlast fehlt der erste Wert — deshalb setzt der Abgleich nach Verfahren B die Heizlastberechnung voraus.

Schritt 1: Volumenstrom je Heizkörper

Massenstrom in kg/h = Heizleistung in W ÷ (1,163 × Spreizung in K). Der Faktor 1,163 Wh/(kg·K) ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser. Für Heizungswasser entspricht 1 kg ausreichend genau 1 Liter.

RaumHeizlastSpreizungVolumenstrom
Bad400 W7 Krund 49 l/h
Schlafzimmer700 W7 Krund 86 l/h
Schlafzimmer700 W5 Krund 120 l/h
Wohnzimmer1.500 W7 Krund 184 l/h

Die Tabelle zeigt einen Effekt, der bei Wärmepumpen wichtig ist: Kleinere Spreizung bedeutet größeren Volumenstrom. Wärmepumpen arbeiten meist mit fünf bis sieben Kelvin statt der früher üblichen fünfzehn bis zwanzig — das Rohrnetz muss entsprechend mehr Wasser bewegen.

Schritt 2: Differenzdruck festlegen

Der Differenzdruck am Ventil ist der Druckunterschied zwischen Ein- und Austritt, den das Ventil „wegdrosseln“ soll. Er wird für das Netz gewählt, nicht für den einzelnen Heizkörper: Das Ventil am ungünstigsten Heizkörper — meist dem entferntesten — bekommt den kleinsten sinnvollen Wert, alle anderen drosseln entsprechend stärker. In Einfamilienhäusern werden häufig Werte in der Größenordnung von 50 bis 100 mbar angesetzt; genau festgelegt wird er in der Rohrnetzberechnung.

Schritt 3: kv-Wert und Stufe

kv = Volumenstrom in m³/h ÷ √(Differenzdruck in bar). Der kv-Wert gibt an, wie viele Kubikmeter Wasser pro Stunde bei 1 bar Druckdifferenz durch das Ventil fließen. Im Kennfeld des Herstellers wird dann die Voreinstellstufe gesucht, die diesem kv-Wert entspricht — meist bezogen auf eine Proportionalabweichung von 2 K.

HeizkörperVolumenstromDifferenzdruckerforderlicher kv-Wert
Bad, 400 W0,049 m³/h50 mbarrund 0,22 m³/h
Schlafzimmer, 700 W0,086 m³/h50 mbarrund 0,39 m³/h
Schlafzimmer, 700 W0,086 m³/h100 mbarrund 0,27 m³/h
Wohnzimmer, 1.500 W0,184 m³/h50 mbarrund 0,82 m³/h

Welche Stufe zu 0,39 m³/h gehört, ist von Ventil zu Ventil verschieden. Deshalb muss für jeden Heizkörper der tatsächlich eingebaute Ventiltyp bekannt sein. Liegt der erforderliche kv-Wert über dem der höchsten Stufe, reicht das Ventil nicht — das ist oft ein Hinweis auf einen zu knappen Heizkörper oder eine zu kleine Spreizung.

Was zu einem vollständigen Abgleich noch gehört

  • Druckverluste der Leitungen bis zu jedem Heizkörper, damit der Differenzdruck je Ventil stimmt.
  • Einstellung der Pumpe auf den berechneten Förderstrom und die Förderhöhe.
  • Absenkung der Heizkurve auf die ermittelte Vorlauftemperatur — ohne sie bleibt die Einsparung aus.
  • Dokumentation mit Einstellwert je Ventil, etwa im Formular der VdZ.

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Raumweise Heizlast, Heizflächen, Einstellwerte je Ventil und Pumpenbetriebspunkt:

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Häufige Fragen

Wie berechne ich den Volumenstrom eines Heizkörpers?
Heizleistung in Watt geteilt durch 1,163 mal Spreizung in Kelvin ergibt den Massenstrom in kg/h, bei Heizungswasser praktisch gleich l/h. 700 W bei 7 K Spreizung ergeben rund 86 l/h.
Welcher Differenzdruck ist am Heizkörperventil richtig?
Er wird für das ganze Netz festgelegt: Der ungünstigste Heizkörper bekommt den kleinsten sinnvollen Wert, die übrigen Ventile drosseln stärker. In Einfamilienhäusern liegen übliche Ansätze in der Größenordnung von 50 bis 100 mbar; der genaue Wert folgt aus der Rohrnetzberechnung.
Kann ich die Voreinstellung ohne Berechnung wählen?
Pauschale Einstellungen nach Heizkörpergröße verbessern die Verteilung manchmal, ersetzen aber keinen Abgleich. Ohne raumweise Heizlast ist unklar, welcher Volumenstrom gebraucht wird.
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