Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?
Der Rechner bestimmt die nötige Leistung in kW — aus Ihrem bisherigen Öl-, Gas- oder Pelletverbrauch, aus der Wohnfläche oder aus einer vorhandenen Heizlastberechnung. Warmwasser, Sperrzeiten und der Bivalenzpunkt sind eingerechnet.
1 · Heizlast des Hauses
Solider Standardwert, solange der genaue Auslegungsort offen ist.
Liter pro Jahr — Mittel mehrerer Jahre
% — üblich 12 bis 20; 0, wenn separat
Nicht jede Kilowattstunde Brennstoff kam als Wärme im Haus an.
2 · Zuschläge
0, wenn die Wärmepumpe kein Warmwasser bereitet
Stunden pro Tag — laut Netzbetreiber, meist 0
3 · Bivalenzpunkt und Gerät
Üblich für Luft-Wasser-Wärmepumpen: −7 bis −3 °C
kW Heizleistung bei A−7 und Ihrer Vorlauftemperatur
Wärmepumpe, empfohlene Leistung
So viel muss das Gerät am Bivalenzpunkt bei Ihrer Vorlauftemperatur liefern. Bei −10 °C braucht das Haus 8,2 kW — die Differenz deckt der Heizstab an wenigen Stunden im Jahr.
Überschlag mit linearer Bedarfsgeraden bis zur Heizgrenze von 15 °C. Für die Geräteauswahl zählen die Herstellerkennlinien bei Ihrer Vorlauftemperatur und die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831.
Wärmepumpe dimensionieren in drei Schritten
Die Größe einer Wärmepumpe folgt nicht aus der Wohnfläche, sondern aus der Heizlast des Hauses: der Wärmeleistung, die es an einem sehr kalten Tag braucht. Darauf kommen zwei berechtigte Zuschläge, und am Ende wird festgelegt, bis zu welcher Außentemperatur das Gerät allein heizen soll.
1. Heizlast aus dem Öl- oder Gasverbrauch
Im Bestand ist der bisherige Verbrauch die belastbarste Grundlage, weil er das tatsächliche Haus und die tatsächliche Nutzung abbildet. Der Verbrauch wird in Kilowattstunden umgerechnet, um den Nutzungsgrad des alten Kessels und den Warmwasseranteil bereinigt und durch die Vollbenutzungsstunden geteilt:
Für Heizöl gilt rund 10 kWh je Liter, für Erdgas rund 10 kWh je Kubikmeter — auf der Gasabrechnung steht der Wert meist schon in kWh. Die Vollbenutzungsstunden liegen in einer durchschnittlichen deutschen Lage um 2.000, an der Küste darunter. Beispiel: 2.000 Liter Heizöl × 10 × 0,85 × 0,85 ÷ 2.000 ergeben rund 7,2 kW.
2. Zuschläge für Warmwasser und Sperrzeiten
Für Warmwasser rechnet man mit etwa 0,25 kW je Person — nicht mit der vollen Speicherladeleistung, weil Heizen und Warmwasser zeitversetzt laufen. Schaltet der Netzbetreiber die Wärmepumpe täglich für einige Stunden ab, muss sie die Tageswärme in der verbleibenden Zeit liefern:
Pauschale Sicherheitszuschläge gehören nicht dazu. Die Norm-Heizlast ist bereits der ungünstige Fall.
3. Bivalenzpunkt festlegen
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unterhalb derer die Wärmepumpe den Bedarf nicht mehr allein deckt und der Heizstab zuschaltet. Der Wärmebedarf steigt linear von null an der Heizgrenze (15 °C) bis zur vollen Heizlast bei Norm-Außentemperatur:
Bei monoenergetischen Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt der Bivalenzpunkt meist zwischen −7 und −3 °C. So kalt ist es nur an wenigen Stunden im Jahr; der Heizstab trägt entsprechend wenig zur Jahresarbeit bei. Ein Bivalenzpunkt bei 0 °C oder höher lässt ihn dagegen viel zu oft laufen — mit einer Arbeitszahl von eins. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe richtig dimensionieren.
Wärmepumpe nach Öl- und Gasverbrauch
Gerechnet für eine durchschnittliche Lage (−10 °C), 15 Prozent Warmwasseranteil am bisherigen Verbrauch, 4 Personen, ohne Sperrzeit und mit Bivalenzpunkt -5 °C.
| Ölverbrauch | Heizlast | Wärmepumpe bei −5 °C |
|---|---|---|
| 1.000 l/a | 3,6 kW | 4,0 kW |
| 1.500 l/a | 5,4 kW | 5,5 kW |
| 2.000 l/a | 7,2 kW | 7,0 kW |
| 2.500 l/a | 9,0 kW | 8,5 kW |
| 3.000 l/a | 10,8 kW | 10,0 kW |
| Gasverbrauch | Heizlast | Wärmepumpe bei −5 °C |
|---|---|---|
| 10.000 kWh/a | 3,8 kW | 4,5 kW |
| 15.000 kWh/a | 5,7 kW | 6,0 kW |
| 20.000 kWh/a | 7,7 kW | 7,5 kW |
| 25.000 kWh/a | 9,6 kW | 9,0 kW |
| 30.000 kWh/a | 11,5 kW | 10,5 kW |
Die Spalte „Wärmepumpe“ ist die Leistung, die das Gerät bei −5 °C Außentemperatur und Ihrer Vorlauftemperatur liefern muss — nicht die Nennleistung aus dem Prospekt, die meist bei A7/W35 angegeben ist. Wie viel Wärme das Haus unabhängig vom Gerät braucht, zeigt der Heizlast-Rechner.
Datenblatt richtig lesen
Die Heizleistung einer Wärmepumpe gilt immer für einen Betriebspunkt: A7/W35 heißt 7 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf. Bei −7 °C und 50 °C Vorlauf liefert dasselbe Gerät deutlich weniger. Vergleichen Sie das Ergebnis des Rechners deshalb mit der Leistung bei A−7 und Ihrer tatsächlichen Vorlauftemperatur aus dem Leistungsdiagramm des Herstellers.
Ebenso wichtig ist die kleinste Leistung, auf die das Gerät herunterregeln kann. Liegt sie über dem Bedarf bei +7 °C, den der Rechner ausweist, taktet die Anlage in der Übergangszeit — das kostet Effizienz und Lebensdauer. Ob Ihre Heizkörper die nötige Vorlauftemperatur erlauben, erklärt der Beitrag Heizkörper mit Wärmepumpe.
Wärmepumpengröße — kurz beantwortet
Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?
Wie berechne ich die Wärmepumpe nach dem Gas- oder Ölverbrauch?
Was ist der Bivalenzpunkt?
Welcher Bivalenzpunkt ist sinnvoll?
Wie viel kW Wärmepumpe brauche ich für 150 m²?
Wie viel Zuschlag brauche ich für Sperrzeiten?
Ist eine größere Wärmepumpe nicht sicherer?
Ersetzt der Rechner eine Auslegung?
Ein Überschlag wählt kein Gerät aus.
Herstellerunabhängig gerechnet: Heizlast nach DIN EN 12831, Kennlinien bei Ihrer Vorlauftemperatur, Bivalenzpunkt und Heizflächen Raum für Raum — damit das Angebot zum Haus passt und nicht umgekehrt.