Heizkörper mit Wärmepumpe: wie viel Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur bleibt
Die Leistung eines Heizkörpers sinkt überproportional mit seiner Temperatur. Angegeben wird sie als Normleistung bei 75 °C Vorlauf, 65 °C Rücklauf und 20 °C Raumtemperatur. Bei den Temperaturen, mit denen eine Wärmepumpe effizient arbeitet, bleibt davon ein Drittel bis die Hälfte. Das klingt dramatisch — ist aber oft unproblematisch, weil die meisten Heizkörper im Bestand für einen Bedarf ausgelegt wurden, den das Haus nach Fenstertausch und Dämmung nicht mehr hat.
Leistung bei verschiedenen Systemtemperaturen
Umgerechnet wird über die mittlere logarithmische Übertemperatur des Heizkörpers gegenüber dem Raum und einen Heizkörperexponenten, der für übliche Plattenheizkörper bei etwa 1,3 liegt. Die Werte gelten für 20 °C Raumtemperatur.
| Vorlauf / Rücklauf | Übertemperatur | Anteil der Normleistung | Heizkörper mit 1.500 W Normleistung |
|---|---|---|---|
| 75 / 65 °C (Norm) | 49,8 K | 100 % | 1.500 W |
| 70 / 55 °C | 42,1 K | rund 80 % | rund 1.200 W |
| 55 / 45 °C | 29,7 K | rund 51 % | rund 770 W |
| 50 / 40 °C | 24,7 K | rund 40 % | rund 600 W |
| 45 / 35 °C | 19,6 K | rund 30 % | rund 450 W |
| 40 / 33 °C | 16,2 K | rund 23 % | rund 350 W |
Die eigentliche Frage: reicht es für den Raum?
Ein Heizkörper muss nicht seine Normleistung bringen, sondern die Heizlast seines Raums. Beispiel: Ein Schlafzimmer hat nach der raumweisen Berechnung eine Heizlast von 700 Watt. Der vorhandene Heizkörper hat 1.500 Watt Normleistung. Bei 55/45 °C liefert er rund 770 Watt — das reicht. Bei 50/40 °C sind es rund 600 Watt — das reicht nicht mehr ganz.
Genau so entsteht die Auslegungs-Vorlauftemperatur eines Hauses: Sie ist die niedrigste Temperatur, bei der jeder Raum seine Heizlast noch deckt. Meist sind es zwei oder drei Räume, die diese Grenze setzen — typischerweise Bad, Eckzimmer und nachträglich angebaute Räume. Werden genau diese Heizkörper getauscht, sinkt die Vorlauftemperatur für das ganze Haus.
Was Sie selbst erfassen können
- Bauart notieren: Plattenheizkörper (Typ 11, 21, 22, 33 nach Anzahl der Platten und Konvektorlagen), Gliederheizkörper oder Konvektor.
- Maße messen: Bauhöhe, Baulänge und Bautiefe. Daraus lässt sich die Normleistung aus Herstellertabellen ablesen, wenn kein Typenschild vorhanden ist.
- Raum zuordnen: Welcher Heizkörper steht in welchem Raum, gibt es Räume mit mehreren Heizkörpern?
- Probeweise absenken: Die Vorlauftemperatur an einem kalten Tag schrittweise senken und beobachten, welcher Raum zuerst nicht mehr warm wird.
Diese Aufnahme ist dieselbe, die für den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B ohnehin gebraucht wird. Wer sie einmal macht, hat die Grundlage für beide Fragen.
Wenn ein Heizkörper nicht reicht
| Maßnahme | Wirkung | Aufwand |
|---|---|---|
| Größerer Heizkörper gleicher Baulänge (mehr Bautiefe) | Oft die 1,5- bis 2-fache Leistung am selben Anschluss | Gering, meist ohne Eingriff in die Leitungen |
| Zusätzlicher Heizkörper | Mehr Fläche im Raum | Mittel, neue Anbindung |
| Ventilatorunterstützter Heizkörper | Hohe Leistung bei niedriger Temperatur | Mittel, braucht Strom und Wartung |
| Dämmmaßnahme im Raum (z. B. Fenster) | Senkt den Bedarf statt die Leistung zu erhöhen | Je nach Bauteil hoch |
Raumweise Heizlast, Heizflächenprüfung und die Vorlauftemperatur, die Ihr Haus wirklich braucht:
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