Bei Starkregen steht Wasser im Keller
Nach heftigem Regen steht Wasser im Keller — aus Bodenabläufen, der Toilette, an der Kellerwand oder unter der Kellertür.
Kostet jeden Tag Geld oder gefährdet Bauteile.
Das können Sie selbst prüfen
Ein paar Schritte, für die Sie nichts brauchen außer einer Taschenlampe und etwas Zeit. Sie grenzen die Ursache bereits deutlich ein — und ersparen sich teure Fehlschlüsse.
Woher kommt das Wasser?
Steigt es aus Abläufen und der Toilette auf, ist es Rückstau aus dem Kanal. Läuft es an Wänden herunter oder von außen herein, ist es Oberflächenwasser oder drückendes Grundwasser. Die Unterscheidung entscheidet über alles Weitere.
Rückstauebene bestimmen
In der Regel die Straßenoberkante an der Anschlussstelle. Alles darunter ist ohne Sicherung gefährdet — messen Sie den Höhenunterschied zu Ihren Kellerabläufen.
Nach vorhandener Sicherung suchen
Gibt es einen Rückstauverschluss im Kellerboden oder eine Hebeanlage? Wenn ja: Wann wurde er zuletzt geprüft? Verschlüsse sind wartungspflichtig und setzen sich zu.
Geländesituation ansehen
Fällt das Gelände zum Haus hin ab? Sind Lichtschächte ohne Abdeckung oder ohne eigene Entwässerung? Das erklärt Oberflächenwasser ohne jeden Kanalbezug.
Wahrscheinliche Ursachen
Rückstau aus dem öffentlichen Kanal
sehr häufigBei Starkregen fließt mehr Wasser in den Kanal, als er aufnehmen kann. Das Abwasser sucht sich den nächsten tiefen Punkt — und das ist Ihr Kellerablauf.
Fehlende oder falsche Rückstausicherung
sehr häufigEin Verschluss für fäkalienfreies Abwasser reicht nicht für eine Kellertoilette. Häufig ist überhaupt keine Sicherung eingebaut.
Rückstauverschluss nicht gewartet
häufigKlappen setzen sich mit Ablagerungen zu und schließen dann nicht mehr dicht. Wartung ist vorgeschrieben und wird fast nie gemacht.
Oberflächenwasser über Lichtschächte und Zugänge
häufigHat nichts mit dem Kanal zu tun: Das Wasser läuft schlicht oberirdisch hinein, weil Gelände oder Schachtabdeckung es zulassen.
Grundstücksentwässerung überlastet
regelmäßigMehr befestigte Fläche als bei der Genehmigung angesetzt — Terrasse, Carport, zusätzliche Stellfläche —, ohne die Leitungen anzupassen.
Was das mit der Planung zu tun hat
Fast immer steckt eine Entscheidung aus der Planung dahinter: Die Rückstauebene wurde nicht bestimmt, die Sicherung nicht vorgesehen oder die tatsächlich angeschlossene Fläche nie nachgerechnet. Genau das gehört in den Entwässerungsantrag — und wird bei Anbauten und neuen Terrassen regelmäßig übersehen, weil niemand daran denkt, dass sich die Bemessung ändert.
Was hilft
- Zuerst klären, ob es Rückstau oder Oberflächenwasser ist — die Maßnahmen sind völlig verschieden
- Rückstauebene bestimmen und alle Ablaufstellen darunter erfassen
- Passende Sicherung wählen: Rückstauverschluss nur für fäkalienfreies Abwasser, sonst Hebeanlage über die Rückstauschleife
- Vorhandene Verschlüsse warten und die Wartung dokumentieren
- Angeschlossene Flächen nachrechnen, wenn seit der Genehmigung etwas dazugekommen ist
Sobald Wasser aus Abläufen aufsteigt. Dann geht es um die Bemessung der Grundleitungen und die richtige Sicherung — beides ist zu rechnen, nicht zu schätzen, und beides ist im Schadensfall nachzuweisen.
Häufige Fragen
Zahlt die Versicherung den Schaden?
Reicht eine Rückstauklappe?
Muss ich die Sicherung warten lassen?
Wenn Sie es klären lassen wollen
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