Nicht liegen lassen

Brauche ich überhaupt eine Rückstausicherung?

Sie haben Ablaufstellen im Keller oder Souterrain — Bodenablauf, Waschmaschine, Dusche, Toilette — und wissen nicht, ob und wie sie gesichert sind.

Kein Notfall, aber es wird nicht von selbst besser.

Das können Sie selbst prüfen

Ein paar Schritte, für die Sie nichts brauchen außer einer Taschenlampe und etwas Zeit. Sie grenzen die Ursache bereits deutlich ein — und ersparen sich teure Fehlschlüsse.

Rückstauebene feststellen

Meist die Straßenoberkante an der Anschlussstelle. Ihre Kommune legt sie in der Entwässerungssatzung fest.

Ablaufstellen darunter auflisten

Jede Stelle unterhalb dieser Höhe ist ohne Sicherung gefährdet — auch der unscheinbare Bodenablauf im Heizungsraum.

Zwischen fäkalienfrei und fäkalienhaltig trennen

Das entscheidet über den zulässigen Sicherungstyp und ist der häufigste Fehler bei nachgerüsteten Anlagen.

Satzung der Gemeinde ansehen

Dort steht, was gefordert ist. Sie ist auch der Maßstab, an dem im Schadensfall gemessen wird.

Wahrscheinliche Ursachen

Beim Bau schlicht nicht vorgesehen

sehr häufig

Besonders bei älteren Häusern gehörte die Sicherung nicht zum Standard — nachgerüstet wurde sie selten.

Falscher Typ eingebaut

häufig

Ein Verschluss für fäkalienfreies Abwasser sichert keine Kellertoilette. Zulässig ist dort die Hebeanlage über die Rückstauschleife.

Nachträgliche Ablaufstellen ohne Anpassung

häufig

Kellerbad, Waschküche oder Einliegerwohnung kamen dazu, die Sicherung blieb wie sie war.

Sicherung vorhanden, aber nicht funktionsfähig

regelmäßig

Ohne Wartung schließen Klappen nicht mehr — technisch vorhanden, praktisch wirkungslos.

Was das mit der Planung zu tun hat

Ob eine Sicherung nötig ist, hängt allein an der Höhenlage der Ablaufstellen zur Rückstauebene — und die wird im Entwässerungsplan festgehalten. Fehlt dieser Nachweis, fehlt im Schadensfall auch die Grundlage, die Sie gegenüber Versicherung und Gemeinde brauchen.

Was hilft

  • Rückstauebene und alle darunter liegenden Ablaufstellen dokumentieren
  • Für jede Stelle den zulässigen Sicherungstyp bestimmen
  • Fäkalienhaltiges Abwasser über eine Hebeanlage mit Rückstauschleife führen
  • Wartungsintervalle festlegen und die Wartung schriftlich festhalten
  • Bei nachträglichen Ablaufstellen die Bemessung neu prüfen
Ab hier wird es ohne Aufmaß ungenau

Wenn Sie nicht sicher sagen können, welche Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene liegen. Das ist eine Frage der Höhenaufnahme, und ein Irrtum kostet im Ernstfall den kompletten Kellerausbau.

Häufige Fragen

Ist eine Rückstausicherung gesetzlich vorgeschrieben?
Die Anforderung ergibt sich aus der Entwässerungssatzung Ihrer Kommune und den anerkannten Regeln der Technik. Kommunen fordern Eigentümer regelmäßig ausdrücklich dazu auf, sich selbst zu sichern.
Was kostet eine Nachrüstung?
Das hängt stark davon ab, ob eine zugängliche Stelle in der Grundleitung vorhanden ist oder aufgestemmt werden muss. Verlässlich ist das erst nach Aufnahme der Leitungsführung.
Reicht es, den Bodenablauf zu verschließen?
Ein dauerhaft verschlossener Ablauf löst das Problem für diese eine Stelle, aber nicht für Dusche, Waschmaschine oder Toilette im Keller.
Erstgespräch

Selbstcheck gemacht, Ursache unklar? Dann rechnen wir es nach.