Nicht liegen lassen

Die Heizung rauscht oder pfeift

An Ventilen oder im Rohrnetz sind Strömungsgeräusche zu hören — ein gleichmäßiges Rauschen, ein Pfeifen an einzelnen Heizkörpern oder Gluckern nach dem Anlaufen.

Kein Notfall, aber es wird nicht von selbst besser.

Das können Sie selbst prüfen

Ein paar Schritte, für die Sie nichts brauchen außer der Regelung Ihrer Anlage und etwas Geduld. Sie grenzen die Ursache bereits deutlich ein.

Geräuschart unterscheiden

Gluckern deutet auf Luft, Rauschen und Pfeifen auf zu hohe Strömungsgeschwindigkeit.

Entlüften

Der einfachste Fall und in fünf Minuten erledigt. Danach den Anlagendruck kontrollieren.

Pumpeneinstellung ablesen

Steht die Umwälzpumpe auf Maximum oder auf konstanter Kennlinie, ist die Förderhöhe meist zu hoch.

Prüfen, wo es auftritt

Nur an einzelnen Ventilen oder im ganzen Netz? Das grenzt zwischen Ventilproblem und Netzproblem ab.

Wahrscheinliche Ursachen

Pumpenförderhöhe zu hoch

sehr häufig

Nach dem Wechsel wird die Pumpe oft auf Maximum gestellt, statt auf den berechneten Betriebspunkt.

Luft im System

häufig

Besonders in den ersten Wochen nach der Inbetriebnahme, wenn sich gelöste Luft ausscheidet.

Zu weit gedrosselte Ventile

häufig

Der Druck baut sich am Engpass ab und wird hörbar — ein Zeichen fehlenden Abgleichs.

Rohrquerschnitt zu klein

regelmäßig

Bei kleiner Spreizung sind die Volumenströme hoch; alte Leitungen überschreiten die Grenzgeschwindigkeit.

Fehlender Überströmweg

gelegentlich

Schließen viele Ventile gleichzeitig, staut sich der Volumenstrom.

Was das mit der Auslegung zu tun hat

Strömungsgeräusche sind das hörbare Zeichen dafür, dass Volumenstrom und Rohrnetz nicht zusammenpassen — also eine Folge fehlender Rohrnetzberechnung. Sie treten typischerweise erst nach dem Wechsel auf eine Wärmepumpe auf, weil dieselbe Leistung nun mit deutlich mehr Wasser transportiert wird.

Was hilft

  • Entlüften und Anlagendruck kontrollieren — immer zuerst
  • Umwälzpumpe auf den berechneten Betriebspunkt zurücknehmen
  • Hydraulischen Abgleich durchführen, statt einzelne Ventile zuzudrehen
  • Rohrnetz auf Grenzgeschwindigkeiten prüfen und nur die kritischen Abschnitte aufweiten
  • Bei Flächenheizung Einzelraumregelung reduzieren, damit nicht zu viele Kreise gleichzeitig schließen
Ab hier wird es ohne Messung ungenau

Wenn Entlüften und eine reduzierte Pumpenstufe die Geräusche nicht beseitigen, ohne dass Räume kalt werden. Dann ist das Netz nachzurechnen.

Häufige Fragen

Hilft eine kleinere Pumpenstufe?
Oft ja, sie ist der erste Versuch. Werden dabei Räume kalt, liegt zusätzlich ein Verteilungsproblem vor — dann führt der Weg über den Abgleich.
Ist Rauschen schädlich?
Für die Anlage meist nicht, aber es zeigt an, dass Energie an Engstellen vernichtet wird. Und es kostet Wohnkomfort, besonders nachts.
Warum ist das erst nach dem Heizungstausch aufgetreten?
Weil die Wärmepumpe mit kleiner Spreizung fährt und dafür deutlich höhere Volumenströme braucht. Dasselbe Netz war für den alten Kessel unauffällig.
Erstgespräch

Selbstcheck gemacht, Ursache unklar? Dann messen wir nach.