Zeitnah klären

Die Wärmepumpe schaltet ständig ein und aus

Die Anlage läuft nur kurz, schaltet ab und startet nach wenigen Minuten erneut — besonders auffällig in der Übergangszeit im Herbst und Frühjahr.

Kostet jeden Tag Geld oder gefährdet Bauteile.

Das können Sie selbst prüfen

Ein paar Schritte, für die Sie nichts brauchen außer der Regelung Ihrer Anlage und etwas Geduld. Sie grenzen die Ursache bereits deutlich ein.

Starts und Laufzeit gegenüberstellen

Betriebsstunden des Verdichters durch die Anzahl der Starts teilen. Das ergibt die mittlere Laufzeit pro Start.

Über eine Woche mitschreiben

Einmal täglich Startzähler und Betriebsstunden notieren. Erst der Verlauf zeigt, ob es ein Einzelfall oder ein Muster ist.

Thermostatventile ansehen

Sind viele Ventile weit geschlossen, kann die Anlage ihre Leistung nicht abgeben — ein häufiger, leicht behebbarer Auslöser.

Wahrscheinliche Ursachen

Anlage überdimensioniert

sehr häufig

Die Mindestleistung liegt über dem tatsächlichen Bedarf. In der Übergangszeit kann die Anlage die erzeugte Wärme nicht loswerden und schaltet ab.

Zu geringer Volumenstrom

häufig

Verschmutzte Filter, zu weit geschlossene Ventile oder ein zu enges Rohrnetz begrenzen die abführbare Leistung.

Hysterese zu eng eingestellt

häufig

Schaltet die Regelung schon bei kleinsten Abweichungen, pendelt die Anlage um den Sollwert.

Einzelraumregelung schließt zu viele Kreise

regelmäßig

Bei Flächenheizungen mit Raumthermostaten in jedem Raum bleibt oft zu wenig aktive Fläche übrig.

Zu kleines Anlagenwasservolumen

gelegentlich

Fehlt Speichermasse, ist die erzeugte Wärme sofort weg und die Anlage schaltet.

Was das mit der Auslegung zu tun hat

Takten ist das klassische Symptom einer zu groß gewählten Anlage. Wurde die Heizlast geschätzt statt gerechnet, liegt die Nennleistung schnell beim Doppelten des Bedarfs. Ein modulierender Verdichter fängt einen Teil davon ab, aber auch er hat eine Mindestleistung. Was fehlt, lässt sich nachträglich nur begrenzen, nicht beseitigen.

Was hilft

  • Mindestlaufzeit und Hysterese in der Regelung anpassen
  • Thermostatventile öffnen und die Verteilung über den hydraulischen Abgleich statt über Drosselung regeln
  • Bei Flächenheizung Einzelraumregelung auf wenige Räume reduzieren
  • Filter und Schmutzfänger reinigen, Volumenstrom messen
  • Wo sinnvoll: Anlagenwasservolumen erhöhen, statt die Leistung zu drosseln
Ab hier wird es ohne Messung ungenau

Wenn die mittlere Laufzeit im Winter unter einer Viertelstunde bleibt, obwohl Ventile offen sind, gehört der Volumenstrom gemessen und die Auslegung überprüft.

Häufige Fragen

Wie viele Starts pro Tag sind normal?
In der Übergangszeit sind häufigere Starts normal. Kritisch wird es, wenn im Winterbetrieb zweistellige Startzahlen pro Stunde auftreten oder die mittlere Laufzeit dauerhaft unter einer Viertelstunde liegt.
Schadet Takten dem Gerät?
Jeder Start belastet den Verdichter. Dauerhaftes Takten verkürzt die Lebensdauer und verschlechtert gleichzeitig die Arbeitszahl — es ist also doppelt teuer.
Hilft ein Pufferspeicher gegen Takten?
Er kann die Taktzahl senken, weil mehr Wasservolumen im System ist. Falsch eingebunden verschlechtert er aber die Effizienz. Er behandelt außerdem das Symptom, nicht die Ursache.
Erstgespräch

Selbstcheck gemacht, Ursache unklar? Dann messen wir nach.