Die Jahresarbeitszahl liegt unter der Prognose
Der Wärmemengenzähler oder die interne Bilanz der Anlage weist eine Arbeitszahl aus, die deutlich unter dem Wert aus dem Angebot liegt.
Kein Notfall, aber es wird nicht von selbst besser.
Das können Sie selbst prüfen
Ein paar Schritte, für die Sie nichts brauchen außer der Regelung Ihrer Anlage und etwas Geduld. Sie grenzen die Ursache bereits deutlich ein.
Zählerstände über ein Jahr erfassen
Strom und Wärmemenge zum selben Zeitpunkt ablesen. Kürzere Zeiträume sind witterungsabhängig und wenig aussagekräftig.
Warmwasseranteil abgrenzen
Warmwasser braucht ein höheres Temperaturniveau und senkt die Gesamtarbeitszahl systematisch. Getrennt betrachtet ergibt sich ein anderes Bild.
Prognosegrundlage nachlesen
Auf welche Vorlauftemperatur wurde die versprochene Zahl gerechnet? Katalogwerte bei niedriger Systemtemperatur sind nicht Ihr Betriebsfall.
Heizstabanteil abziehen
Steckt er im gemessenen Strom, drückt er die Zahl — und weist zugleich auf die eigentliche Ursache hin.
Wahrscheinliche Ursachen
Höhere Vorlauftemperatur als angenommen
sehr häufigDer größte Einzelfaktor. Wurde mit 35 Grad gerechnet und es laufen 48, ist die Abweichung erklärt.
Prognose beruhte auf Katalogwerten
häufigProspektzahlen gelten für definierte Prüfbedingungen, nicht für Ihr Gebäude.
Heizstabanteil in der Messung enthalten
häufigEr zieht die Zahl nach unten und ist zugleich ein Hinweis auf falsche Parametrierung.
Takten durch Überdimensionierung
häufigViele kurze Starts kosten Energie, die in keiner Wärmemenge landet.
Messung ungenau oder falsch abgegrenzt
regelmäßigInterne Bilanzierung ohne geeichten Wärmemengenzähler weicht teils deutlich ab.
Was das mit der Auslegung zu tun hat
Die Jahresarbeitszahl ist das Endergebnis aller Auslegungsentscheidungen. Sie fällt nicht wegen eines schlechten Geräts niedrig aus, sondern weil Vorlauftemperatur, Hydraulik und Gerätegröße nicht zusammenpassen. Deshalb ist die Prognose nur so gut wie die Heizlastberechnung, auf der sie beruht.
Was hilft
- Vorlauftemperatur systematisch absenken und die Wirkung messen
- Hydraulischen Abgleich durchführen, damit die Absenkung trägt
- Heizstab korrekt parametrieren und seinen Anteil sichtbar machen
- Taktverhalten über Mindestlaufzeit und Hysterese verbessern
- Für belastbare Zahlen einen geeigneten Wärmemengenzähler nachrüsten
Wenn die Abweichung nach Absenkversuchen bleibt. Dann geht es an Hydraulik und Puffereinbindung, und das ist ohne Messwerte nicht zu beurteilen.
Häufige Fragen
Welche Jahresarbeitszahl ist realistisch?
Kann ich meinen Installateur haftbar machen?
Wie genau ist die interne Anzeige der Anlage?
Wenn Sie es klären lassen wollen
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