Zeitnah klären

Der elektrische Heizstab springt ständig an

Der Stromverbrauch steigt sprunghaft an kalten Tagen, oder die Regelung weist getrennte Betriebsstunden für den Zusatzheizer aus, die nicht bei null liegen.

Kostet jeden Tag Geld oder gefährdet Bauteile.

Das können Sie selbst prüfen

Ein paar Schritte, für die Sie nichts brauchen außer der Regelung Ihrer Anlage und etwas Geduld. Sie grenzen die Ursache bereits deutlich ein.

Betriebsstunden des Zusatzheizers ablesen

Fast jede Regelung führt sie getrennt. Alles außerhalb der Legionellenaufheizung ist erklärungsbedürftig.

Bivalenzpunkt nachsehen

Er legt fest, ab welcher Außentemperatur zugeheizt wird. Liegt er bei null Grad statt bei minus fünf oder tiefer, springt der Heizstab viel zu früh an.

Warmwasserfreigabe prüfen

Ist der Heizstab für die normale Warmwasserbereitung freigegeben, läuft er das ganze Jahr mit — auch im Sommer.

Nach Störungen schauen

Nach einer Störabschaltung schalten manche Regelungen dauerhaft auf Notbetrieb, bis jemand quittiert.

Wahrscheinliche Ursachen

Bivalenzpunkt zu hoch gesetzt

sehr häufig

Eine bequeme Werkseinstellung, die auf der sicheren Seite liegt — und dauerhaft Geld kostet.

Heizstab für Warmwasser freigegeben

häufig

Bequem, weil das Wasser schneller heiß wird. Wirtschaftlich ist es das Gegenteil.

Anlage kommt der Last nicht nach

häufig

Zu hohe Vorlauftemperatur oder zu geringer Volumenstrom lassen die Wärmepumpe an ihre Grenze laufen, der Heizstab füllt auf.

Notbetrieb nach Störung nicht zurückgesetzt

gelegentlich

Die Anlage heizt elektrisch weiter, ohne dass jemand es bemerkt — oft über Wochen.

Anlage zu klein ausgelegt

gelegentlich

Der seltenere, aber teure Fall: Die Wärmepumpe deckt den Bedarf nicht und der Heizstab wird zum zweiten Wärmeerzeuger.

Was das mit der Auslegung zu tun hat

Hier zeigt sich die Auslegung von beiden Seiten. Zu klein gewählt, muss der Heizstab dauerhaft aushelfen — das ist der teuerste denkbare Betriebszustand. Zu groß gewählt, taktet die Anlage und erreicht ihre Sollwerte trotzdem nicht sauber, was ebenfalls zur Zuschaltung führen kann. Beides entscheidet sich an der Heizlastberechnung und am festgelegten Bivalenzpunkt.

Was hilft

  • Bivalenzpunkt auf den ausgelegten Wert zurücksetzen
  • Heizstabfreigabe für Warmwasser deaktivieren, Legionellenprogramm davon ausnehmen
  • Nach jeder Störung prüfen, ob der Notbetrieb noch aktiv ist
  • Vorlauftemperatur absenken, damit die Wärmepumpe die Last allein trägt
  • Bei echter Unterdimensionierung: Heizflächen prüfen, bevor über ein größeres Gerät nachgedacht wird
Ab hier wird es ohne Messung ungenau

Wenn der Heizstab auch nach korrekt gesetztem Bivalenzpunkt anspringt, deckt die Wärmepumpe die Last nicht. Dann gehört die Heizlast nachgerechnet, bevor Geld in ein größeres Gerät fließt.

Häufige Fragen

Darf der Heizstab überhaupt anspringen?
Ja, unterhalb des Bivalenzpunkts und bei der Legionellenaufheizung ist das vorgesehen. Über das Jahr sollte sein Anteil am Stromverbrauch aber klein bleiben.
Kann ich den Heizstab einfach abschalten?
Davon raten wir ab. Er ist die Reserve für sehr kalte Tage und für das Hygieneprogramm. Richtig ist, ihn korrekt zu parametrieren statt ihn stillzulegen.
Wie teuer ist ein mitlaufender Heizstab?
Er arbeitet mit einer Arbeitszahl von eins, liefert also aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme. Eine Wärmepumpe schafft im selben Betriebspunkt das Drei- bis Vierfache.
Erstgespräch

Selbstcheck gemacht, Ursache unklar? Dann messen wir nach.